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Im Kern forderte der Bericht der Psychiatrie-Enquète und der Expertenkomission, aus der "totalen Institution" (Goffman 1972) Anstalt, die scheinbar ein Hort der Ruhe, des Friedens und der Rundumversorgung aller Bedürfnisse der Kranken war, dazu auf, große psychiatrische Kliniken zu verkleinern zu Gunsten von dezentrale und gemeindenahen Einrichtungen mit dem Ziel, ein auf weitestgehende Rehabilitation ausgelegtes psychiatrisches Versorgungsnetz zu schaffen. Inzwischen sind starke Bemühungen in Gang gekommen, psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen aus sozial-desintegrierenden Großanstalten gemeindenah zu integrieren. Da soziale Einflüsse und vorherrschende Umwelt- und Lebensbedingungen in engem Zusammenhang mit dem Verlauf einer psychischen Erkrankung stehen, ist das gemeindenahe Wohnen eine fundamentale Voraussetzung für eine gesellschaftliche Integration und die Entfaltung menschlicher Bedürfnisse. Hieraus läßt sich unmittelbar die große Bedeutung der Wohnsituation als fördernder oder hemmender Faktor für psychische und soziale Integration bzw. Rehabilitation ablesen. Das Betreute Wohnen als Alternative zum Leben in der "Anstalt" bietet die Chance, psychisch kranken Menschen zu helfen sich von "entmündigenden" Strukturen psychiatrischer Kliniken zu emanzipieren und somit ein Stück Freiheit für eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung zu gewinnen, ohne auf eine psychosoziale Betreuung und Unterstützung verzichten zu müssen. Im Prinzip konzentrieren sich die Bemühungen darauf, den Klienten Bedingungen anzubieten, die es ihnen ermöglichen, ein weitgehend "normales" Leben zu führen. Es geht darum ein soziales Lern- und Übungsfeld zu eröffnen in dem die Klienten ihren Lebensalltag frei und eigenständig gestalten können, dabei aber die Möglichkeit haben, auf eine kontinuierliche Betreuung bzw. auf Hilfen zurückgreifen zu können, die für den Bedarfsfall bereitstehen. |
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| (vergleiche Empfehlungen der
Expertenkomission der Bundesregierung zur Reform der Versorgung im
psychiatrischen und psychotherapeutisch/psychosomatischen Bereich auf
der Grundlage des Modellprogramms Psychiatrie der Bundesregierung, S. 157-158) Hauptziel des Betreuten Wohnens ist es, die Bewohner soweit wie möglich zu befähigen, ihr Leben in weitgehender Autonomie zu gestalten und zu planen. Nicht selten sind bei vielen Klienten durch langjährige psychische Krankheit und stationäre Aufenthalte die Lebensbewältigungsmechanismen verschüttet worden. Hier gilt es nun die noch vorhandenen Ressourcen zu erkennen, zu stärken, auszubauen und die verschütteten Ressourcen wieder freizulegen. |